Welche Kamera zum Filmen die richtige ist, hängt weniger von Megapixeln ab als von Eigenschaften, die in vielen Kaufberatungen fehlen: Codec und Farbtiefe, Aufnahmedauer, Kühlung, Tonanschlüsse und Bedienung. Dieser Überblick erklärt die Kriterien, die für Video zählen, und verweist auf unsere Kamera Datenbank, in der wir die Daten aktueller Modelle nach Herstellerangaben sammeln. Wir testen keine Kameras, sondern ordnen die Herstellerangaben für die Praxis ein.
Kamera zum Filmen: Kameratypen im Überblick
Smartphones sind immer dabei und erstaunlich gut, stoßen aber bei Ton, Objektivwahl und Wärmeentwicklung an Grenzen. Spiegellose Systemkameras verbinden Foto und Video in einem kompakten Gehäuse mit Wechselobjektiven. Cinema Kameras sind für den Filmeinsatz gebaut, oft mit Lüfter, professionellen Tonanschlüssen und Aufnahmeformaten für die Farbkorrektur. Die Sony FX3 ist ein Beispiel für eine Cinema Kamera im Gehäuse einer Systemkamera. Camcorder mit fest verbautem Zoom sind vor allem bei Events und in der Berichterstattung verbreitet.
Auflösung und Bildrate richtig einordnen
4K ist für die meisten Aufträge heute Standard. Höhere Auflösungen geben Reserve für Bildausschnitte in der Nachbearbeitung. Wichtiger ist oft die Bildrate: 25 Bilder pro Sekunde sind in Deutschland für Fernsehen und Web üblich, 50 oder mehr Bilder erlauben Zeitlupe. Achte darauf, bei welchen Auflösungen eine Kamera hohe Bildraten schafft und ob sie dafür den Sensor beschneidet.
Für eine natürlich wirkende Bewegungsunschärfe gilt die 180 Grad Regel. Die Verschlusszeit beträgt dabei 1 geteilt durch die doppelte Bildrate, bei 25 Bildern pro Sekunde also 1/50 Sekunde.
Codec, Bittiefe und Farbunterabtastung
Der Codec bestimmt, wie stark das Video komprimiert wird und wie gut es sich später bearbeiten lässt. Verbreitet sind H.264 und H.265, dazu Formate mit Intra Frame Kompression und RAW. Für die Farbkorrektur zählen Bittiefe und Farbunterabtastung. 10 Bit 4:2:2 speichert deutlich mehr Farbabstufungen als 8 Bit 4:2:0 und verträgt kräftige Korrekturen besser. In Verbindung mit einem Log Profil, etwa S-Log3 bei Sony oder C-Log bei Canon, bleiben mehr Details in Lichtern und Schatten erhalten.
Sensorformat und Crop im Videomodus
Die Sensorgröße beeinflusst Bildwinkel, Schärfentiefe und Verhalten bei wenig Licht. Beim Filmen kommt hinzu, dass manche Kameras in bestimmten Modi nur einen Teil des Sensors auslesen. Das wirkt wie ein zusätzlicher Crop und verändert den Bildwinkel deiner Objektive. Details dazu findest du in unserem Artikel über Sensorgrößen.
Autofokus und Bildstabilisierung
Ein zuverlässiger Autofokus mit Gesichts und Augenerkennung ist für Soloproduktionen und Interviews ohne Schärfeassistenz ein großer Vorteil. Eine Stabilisierung im Gehäuse, oft IBIS genannt, beruhigt Handkamera Aufnahmen. Für einen Kamera Gimbal oder ein Stativ ist sie weniger wichtig.
Hitze, Aufnahmedauer und Stromversorgung
Bei langen Aufnahmen, etwa Interviews, Konferenzen oder Konzerten, entsteht im Gehäuse Wärme. Kameras mit eingebautem Lüfter, darunter laut Hersteller die Sony FX3, die Sony FX30 und die Panasonic Lumix S5 II, sind für solche Einsätze ausgelegt. Prüfe außerdem, ob die Kamera ein Aufnahmelimit hat und ob sie sich während der Aufnahme über USB oder eine externe Stromquelle versorgen lässt.
Ton und Anschlüsse
Guter Ton entscheidet über die Qualität eines Films mindestens so stark wie das Bild. Ein 3,5 mm Eingang reicht für Aufsteckmikrofone. Für professionelle Mikrofone brauchst du XLR Eingänge, die manche Kameras über einen Griff oder einen Adapter nachrüsten. Die Sony FX3 bringt dafür laut Sony einen abnehmbaren Griff mit zwei XLR Eingängen mit. Für externe Monitore und Rekorder zählt der Videoausgang, etwa HDMI in voller Größe oder SDI bei Cinema Kameras. Timecode hilft beim Synchronisieren mehrerer Kameras.
Welche Kamera für welchen Einsatz
Für Social Media und schnelle Reportagen zählen kompakte Maße, guter Autofokus und Stabilisierung. Für Imagefilme und Interviews sind 10 Bit Aufnahme, Log Profil, lange Aufnahmedauer und saubere Tonanschlüsse wichtiger. Für szenische Produktionen mit Team kommen Cinema Kameras mit professionellen Anschlüssen und Aufnahmeformaten ins Spiel. Beispiele mit ihren Herstellerdaten findest du in der Datenbank, etwa die Sony FX30, die Canon EOS C70 oder die Panasonic Lumix S5 II. Eine Rangliste gibt es bei uns bewusst nicht. Genauso wichtig wie die Kamera sind die passenden Objektive zum Filmen.
Zur Kamera Datenbank
In der Kamera Datenbank findest du technische Daten aktueller Kameras für Video: Sensor, Aufnahmeformate, Codecs, Log Profile, Kühlung, Speichermedien und Anschlüsse, jeweils mit Quelle und Prüfdatum.
