Log Profil: S-Log3, Canon Log, V-Log und N-Log erklärt

Mittelgrau bei 41 oder 42 Prozent, Zebra und Waveform: wie du flaches Kameramaterial so aufnimmst, dass im Grading Spielraum bleibt.

Kameramann hält eine Cinema Kamera mit Cine Objektiv an einem Handrig im farbigen Bühnennebel

Ein Log Profil speichert das Bild mit einer flachen, logarithmischen Kurve statt mit dem fertigen Kontrast, den eine Kamera normalerweise einrechnet. Das Ergebnis sieht direkt aus der Kamera blass aus, hält aber mehr Spielraum in Lichtern und Schatten fest. Hier erfährst du, wozu Log gut ist, welche Kurven Sony, Canon, Panasonic und Nikon anbieten, wie du Log belichtest, warum 10 Bit dazugehört und was in der Nachbearbeitung passiert.

Wozu ein Log Profil dient

Bei einem normalen Bildprofil entscheidet die Kamera schon bei der Aufnahme über Kontrast, Sättigung und den Verlauf in den Lichtern. Nikon beschreibt, dass die Standardprofile Belichtung und Farbe fest in das Bild einrechnen, während N-Log mit möglichst wenig Verarbeitung in der Kamera aufzeichnet und so mehr Spielraum für das Color Grading lässt. Laut Nikon kann N-Log bis zu 12 Blendenstufen Dynamikumfang des Sensors festhalten und Details in Lichtern und Schatten bewahren.

Der Preis dafür: Das Bild ist ohne Bearbeitung nicht fertig. Canon beschreibt, dass Material mit dem größeren Dynamikumfang von Canon Log direkt aus der Kamera verwaschen und flau wirkt. Wer mit Log dreht, plant die Farbbearbeitung also von Anfang an mit ein. Bei Produktionen ohne Zeit für ein Grading kann ein Standardprofil deshalb sinnvoller sein.

Log Kurven der Hersteller im Überblick

Jeder Hersteller hat eigene Log Kurven, die sich in Dynamikumfang und Lage der Mitteltöne unterscheiden. Die folgende Tabelle nennt nur Werte, die der jeweilige Hersteller selbst veröffentlicht.

HerstellerLog KurveAngaben des Herstellers
SonyS-Log318 Prozent Grau liegt bei 41 Prozent Signalpegel (10 Bit Codewert 420), 1,5 Blendenstufen mehr Dynamikumfang als S-Log2, basiert auf Cineon
CanonCanon Log, Canon Log 2, Canon Log 3Canon Log etwa 12 Blendenstufen (EOS C300), Canon Log 2 mehr als 16 Blendenstufen (EOS C300 Mark III, EOS C70), Canon Log 3 bis zu 14 Blendenstufen
PanasonicV-Log18 Prozent Grau liegt bei 42 Prozent Signalpegel (10 Bit Codewert 433)
NikonN-Logbis zu 12 Blendenstufen Dynamikumfang, Aufzeichnung in 10 Bit
Die Werte gelten für die genannten Kameras und können je nach Modell abweichen.

Canon erklärt den Unterschied zwischen den Varianten so: Canon Log 2 bietet den größten Dynamikumfang mit viel Zeichnung in den Schatten, Canon Log 3 bietet die gleiche Leistung in den Lichtern bei etwas weniger Information in den Schatten und dafür weniger Rauschen.

Der Farbraum gehört dazu

Eine Log Kurve beschreibt die Helligkeit, der zugehörige Farbraum die Farben. Sony kombiniert S-Log3 mit S-Gamut3 oder S-Gamut3.Cine. S-Gamut3 empfiehlt Sony für ACES, BT.2020 und die Archivierung, S-Gamut3.Cine ist etwas größer als DCI P3 angelegt und für Kinoproduktionen gedacht. Panasonic beschreibt V-Gamut als Farbraum für das Masterarchiv, aus dem in der Nachbearbeitung nach DCI P3 oder BT.709 umgewandelt wird. Für die Nachbearbeitung musst du beides kennen, denn die technische LUT oder das Farbmanagement braucht genau diese Kombination als Eingang.

Log richtig belichten

Weil das Bild auf dem Kameramonitor ohnehin flau aussieht, ist die Belichtung mit bloßem Auge schwer zu beurteilen. Deshalb helfen Messwerkzeuge.

Ein Anhaltspunkt ist der Mittelgrauwert. Bei S-Log3 liegt 18 Prozent Grau laut Sony bei 41 Prozent, bei V-Log laut Panasonic bei 42 Prozent. Misst du eine Graukarte mit der Waveform deiner Kamera oder eines externen Monitors, weißt du, wo die korrekte Grundbelichtung liegt.

Nikon empfiehlt für N-Log, etwas heller zu belichten als gewohnt und dabei Waveform und Zebra zu nutzen, damit die Lichter nicht ausbrennen. Nikon begründet das damit, dass N-Log in den Lichtern deutlich mehr Information hält als in den Schatten. Ein von Canon befragter Kameramann beschreibt einen ähnlichen Ansatz für Canon Log: eher nach rechts belichten, um die Lichter zu halten, und die Belichtung in der Nachbearbeitung wieder absenken.

Damit du beim Drehen trotzdem ein normales Bild siehst, bieten die Kameras Vorschauhilfen. Sony nennt die Funktion Gamma Display Assist, die zum Beispiel an der Sony FX3 S-Log3 Aufnahmen mit einem Kontrast entsprechend ITU709 anzeigt. Nikon bietet View Assist für einen natürlicheren Look auf dem Display. Die Aufnahme selbst bleibt dabei unverändert in Log.

Warum 10 Bit für Log wichtig ist

Eine Log Kurve verteilt einen großen Helligkeitsbereich auf den verfügbaren Signalumfang. Wie fein diese Verteilung ausfällt, bestimmt die Bittiefe. Mit 8 Bit stehen pro Farbkanal 256 Stufen zur Verfügung, mit 10 Bit 1024 Stufen. Eine höhere Bittiefe ermöglicht fließendere Übergänge von dunklen zu hellen Bereichen.

Die Hersteller sehen Log entsprechend im Zusammenspiel mit 10 Bit. Canon beschreibt die Canon Log Kurven als gut geeignet für einen 10 Bit Workflow in der Nachbearbeitung. Nikon zeichnet N-Log in 10 Bit auf und empfiehlt für die Z8 das Format H.265 10 Bit als kompakte, aber für das Grading geeignete Variante. Wenn deine Kamera Log auch in 8 Bit anbietet, ist 10 Bit die sicherere Wahl, sobald du stärker in die Farbe eingreifen willst. Welche Formate und Bittiefen deine Kamera aufzeichnet, zeigen unsere Kameradaten, die Grundlagen erklärt der Beitrag zum Video Codec.

Nachbearbeitung von Log Material

In der Nachbearbeitung wird das Log Material zuerst in den Zielfarbraum gebracht, meist Rec.709. Das geschieht entweder über eine technische LUT des Herstellers oder über das Farbmanagement des Schnittprogramms. Nikon stellt zum Beispiel eine 3D LUT für Rec.709 bereit, betont aber, dass du N-Log Material auch mit LUT graden musst. Apple beschreibt für Compressor die Umwandlung von Kamera Log mit LUTs der Hersteller in HDR oder SDR.

Danach folgen Korrektur und Look wie bei jedem Color Grading. Wie eine Nachschlagetabelle funktioniert und warum eine Look LUT nicht direkt auf Log gehört, erklärt der Beitrag zur LUT. Welches Programm zu deinem Ablauf passt, steht im Beitrag zum Schnittprogramm.

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